Wasserversorgung

Trinkwassereinschränkungen auf Grund anhaltendem hohem Verbrauch


Eigentlich ist das Wasserwerk „Grube Bonscheuer“ nur als Absicherung errichtet worden, falls es in den Wassergewinnungsanlagen der einzelnen Ortsteile zu Problemen oder Ausfällen kommt. Doch auf Grund des derzeitigen hohen Wasserbedarfs in der Gemeinde, durch die aktuelle Trockenheit und die Auswirkungen der Corona-Krise mit Heimarbeit und vielen Familien, die dieses Jahr den Sommerurlaub zu Hause verbringen, muss das Wasser von dort aus großflächig in der Gemeinde verteilt werden.

Damit merken die Verbraucher der Gemeinde Aarbergen zwar keine Einschränkungen, der Wassermeister wird jedoch vor ein neues Problem gestellt: „Durch die dauerhafte Entnahme kann sich der Grundwasserspiegel, auch an den Wassergewinnungsorten in den anderen Ortsteilen, nicht mehr erholen. Die Anlagen laufen am Limit“. Dies macht sich durch die messbaren Höhen des Grundwassers deutlich bemerkbar. Bis zu 10 Meter niedriger liegt dieser, als noch vor 5 Jahren.

Dies stellt die Gemeinde vor eine enorme Herausforderung: Die Pumpen, die in den senkrecht nach unten gebohrten Brunnen in bis zu 100 Meter Tiefe sitzen, laufen Gefahr nicht mehr im Wasser zu stehen. Das Entnehmen des Wassers aus diesen Tiefen ist dann nicht mehr möglich. Ein Tiefersetzen der Pumpen ist nicht ohne Weiteres umsetzbar.

Doch warum fallen die Grundwasserspiegel an allen Standorten so merklich ab? Dies liege an den letzten beiden sehr heißen Sommern mit einem hohen Trinkwasserverbrauch, wie auch in diesem Sommer, in Verbindung mit den unzureichenden Niederschlägen der letzten Jahre, erklärt der Wassermeister. Die Niederschläge kämen gar nicht bis in die notwendigen Tiefen vor, sondern würden auf dem Weg dorthin bereits nach den ersten 5 Metern versiegen. So sehe man regelmäßig bei Tiefbaumaßnamen, unabhängig von der Jahreszeit, dass die Erde vollkommen ausgetrocknet sei.

Bürgermeister Matthias Rudolf muss daher zu mahnenden Worten greifen: „Wir müssen den Wasserverbrauch im Gemeindegebiet dringend reduzieren, sonst ist die unterbrechungsfreie Versorgung mit Trinkwasser akut gefährdet. Die Hochbehälter der Gemeinde können bei dem derzeitigen hohen Bedarf nicht mehr ausreichend befüllt werden“. Damit sinken auch die Wasserstände in diesen Anlagen, was auch auf den Brandschutz erhebliche Auswirkungen hat. Denn auch die Feuerwehr greift bei Löscheinsätzen auf das Wassernetz der Gemeinde zurück. Offene Gewässer, wie Bäche oder Teiche, sind unter Umständen weit entfernt oder führen auf Grund der Trockenheit ebenfalls nicht ausreichend Wasser, um im Ernstfall weiterhelfen zu können.

Das Gebot der Stunde lautet Wasser sparen. Der Einsatz von wertvollem Trinkwasser sollte gut überlegt sein. Das Wässern, Gießen und Beregnen von Pflanzen und Flächen ist daher zu unterlassen. Auf den Friedhöfen der Gemeinde Aarbergen werden aus diesem Grund die Wasserzapfstellen abgestellt. Ebenso sind Schwimm- und Planschbecken nicht mehr zu befüllen oder deren Wasser auszutauschen. Auch ist das Aufspeichern, das Füllen von Fässern, Zisternen oder ähnlichen Anlagen mit Trinkwasser zu unterlassen.

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