Ortsteil Michelbach

Michelbach wurde 1184 erstmals in der Schutzurkunde des Klosters Bleidenstadt erwähnt. Durch diese Urkunde nahm Papst Lucius III. das Kloster mit all seinen Besitzungen in Schutz. Die alte Wehrkirche mit ihrem romanisch gedrungenen Turm dürfte unter Kloster Bleidenstadt erbaut worden sein.

Das Benedictinerkloster Bleidenstadt wurde 786 durch Erzbischof Lull von Mainz errichtet. Der Hoheitsbereich umfaßte den Grenzzug der Aar im Westen und im Norden und Nordosten die Strinzaffa /Aubach). Neben Michelbach gehörten um die Frühzeit noch die Dörfer Holzhausen, Strinzmargarethä, Strinz Trinitatis, Ober- und Niederlibbach sowie die Orte der Kirchspiele Wehen und Bleidenstadt in den klösterlichen Verwaltungsbereich.Auf der Grenze zur Bleidenstädter Terminei bauten die Grafen von Katzenelnbogen die Burg Hohenstein zur Absicherung ihrer Besitzungen gegen den Abt zu Bleidenstadt.

Michelbach 1932

Neben der altehrwürdigen Kirche steht das Wahrzeichen Michelbachs, die über 250 Jahre alte Linde. Sie wurde laut Schulchronik, 1752 als 12 jährigem Setzling, von Lehrer Kern (Kärn) aus Eisighofen gesetzt. Sollte doch früher jeder Lehrer, der neu in eine Gemeinde kam, einen Baum pflanzen. Durch seine zwölfarmige Ästung nannte man sie, die Apostellinde. Viel hat die Gemeinde zu ihrer Erhaltung beigetragen.

Im Staatsarchiv zu Wiesbaden befindet sich das Gerichtssiegel Michelbachs: der heilige Michael als Drachentöter (Abdruck von 1738). Das Wappen zeigt in einer schwarzen Wappenkartusche eine goldene Lanze, belegt mit einem silbernen Querband; darauf ein flammenspeiender schwarzer Drache.

Hauptstraße in Michelbach

Die alte Nassauische Amtsapotheke aus dem Jahre 1827 hat bis heute ihren ehrwürdigen Namen erhalten. In den 50er Jahren begann in dem Ortsteil Michelbach ein beispielhafter Aufstieg im ehemaligen Untertaunuskreis. Das gemeindeeigene Schwimmbad, das Passavant-Bad, wurde 1957 erstmalig seiner Bestimmung übergeben. Im Jahre 1974 gestaltete man es zu einem modernen Schwimm- und Freibad um einschließlich einer modernen Aufbereitungsanlage und einer Heizung. Es ist heute eines der schönsten Schwimmbäder des gesamten Nassauischen Bereichs.

Die schöne evangelische Kirche, die neben der unter Denkmalschutz stehenden über 800 Jahre alten Wehrkirche das Ortsbild prägt, wurde 1907 gebaut. Die ehemalige romanische Kirche hatte nicht mehr genügend Raum für die Gläubigen des Ortsteils. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen im Jahre 1946 bis 1953 wurde der ehemalige Prozentsatz auf 31 % katholische Bevölkerung erhöht. Aus diesem Anlaß baute man 1956 zwischen den Ortsteilen Michelbach und Kettenbach die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius. Der heutige Ehrenbürger der Gemeinde Aarbergen, Pfarrer Houstek, hat sich um die Integration der Heimatvertriebenen und durch sein außergewöhnliches Engagement als Seelsorger um die Gemeinde verdient gemacht.

Seit dem Jahre 1594 gibt es in Michelbach eine Schule. Aber erste im Jahre 1962, und zwar am 25. Mai, begann der Neubau (als Gesamtschule). Unter der Leitung des Rückershauser Architekten Dipl.-Ing. Berthold Conradi entstand an einem der schönsten Plätze Michelbachs ein repräsentativer Schulneubau mit einem modernen Raumprogramm. Erweiterungsbauten fügten sich an. Heute ist die Gesamtschule Zentrum für den Einzugsbereich Heidenrod, Hohenstein und Aarbergen.

Neben der ehemaligen Turnhalle gliedert sich heute eine der größten Sporthallen des Rheingau-Taunus-Kreises für jegliche Art von Sport an. Diese Einrichtungen werden ergänzt durch einen Sportplatz mit 400-m-Laufbahn und entsprechenden Einrichtungen für Leichtathletik, aber auch andere Disziplinen.

"Die Perle an der Aar", wie Michelbach genannt wird, ist heute durch den Ausbau der Straßen und einem schönen Zentrum sowie der Besonderheit der Lage ein reizvoller Erholungsort, der dieses Prädikat auch verdient.

Sängerfest im Brühl in Michelbach

Michelbacher Kalender 2018

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Impressionen

Vereinshaus mit Außenstelle und Trausaal