Ausgewählter Beitrag
Demografischer Wandel in Aarbergen – Gegen den Trend
Seit nunmehr über 10 Jahren befassen sich Kommunen, Landkreise, Regierungspräsidien sowie die Bertelsmann-Stiftung mit dem „Demografischen Wandel“ in der Bundesrepublik Deutschland. Durch verschiedene Rechenmodelle, die eine Bevölkerungsvorausschätzung in Form einer Projektion bis in das Jahr 2030 aufzeigt, geht man davon aus, dass die regionsspezifischen demografischen Entwicklungsmuster aus der Vergangenheit sich auch in Zukunft weiter fortschreiben lassen (Status- Quo- Ansatz). Zur Berechnung wurden Geburten, Sterbefälle und das Wanderungsverhalten herangezogen. Schenkt man den Prognosen der Hessen-Agentur und der Bertelsmann-Stiftung Glauben, würde Aarbergen vor einer dramatischen Entwicklung stehen. Die Wohnbevölkerung würde sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2030 von 6752 Einwohnern auf 4272 Einwohner, ein Minus von immerhin 2.480 Einwohnern, oder 31,8 %, verringern. Der Rheingau-Taunus-Kreis würde im gleichen Zeitraum 11.356 Einwohner verlieren, der Verlust von Aarbergen ist bereits eingerechnet, d.h. 1/5 des gesamten Bevölkerungsverlustes des Rheingau-Taunus-Kreises würde sich demnach in Aarbergen vollziehen.
Anhand der nachfolgenden Tabelle möchte ich die aktuelle Entwicklung von Aarbergen aufzeigen, soweit sie mit tatsächlichen Zahlen belegbar ist. Für Aarbergen wurden die Zahlen des Einwohnermeldeamtes herangezogen, bei der Hessen-Agentur und der Bertelsmann-Stiftung basieren die Zahlen auf Schätzungen und Prognosen:
| 2000 | 2006 | 2010 |
Bertelsmann-Stiftung | 6.752 | 6.266 | 5.953 |
Hessen-Agentur | 6.752 | 6.266 | 5.986 |
Gemeinde Aarbergen | 7.246 | 6.886 | 6.654 (31.12.2009) |
Aarbergen hatte den Tiefpunkt der Einwohnerzahlen am 01.01.2008 mit 6.599 Einwohnern. Entgegen der Prognosen und Schätzungen steigt seit diesem Zeitpunkt die Bevölkerung in Aarbergen wieder leicht an. Im Jahr 2009 ist es gelungen die Haushaltsbereiche für Wasser und Abwasser ausgeglichen abzuschließen. Bei gleich bleibender Entwicklung können hier die Gebühren konstant gehalten werden.
Was ist die Ursache für diese gegenläufige Entwicklung?
1. Die Gemeinde Aarbergen verfügt über eine neue Bauleitplanung
- dadurch können nun auch auswärtige Interessenten Bauland zu gleichen Preisen erwerben wie Aarbergener Bürger,
- die Größe des Baugrundstücks kann, im Rahmen des Möglichen, selbst bestimmt werden,
- es werden familienfreundliche Baulandpreise angeboten; beim Erwerb von Bauland wird für jedes Kind unter 16 Jahren ein Nachlass von 5 % gewährt.
2. Die Gemeinde Aarbergen führt ein Baulückenkataster und bietet Hilfeleistung bei der Veräußerung von leerstehenden Gebäuden an.
3. Die Gemeinde Aarbergen baut kontinuierlich die Kinderbetreuung in Aarbergen aus, durch
- den Aufbau der Betreuung von 2- bis 3-jährigen Kindern,
- die bereits erfolgte flexible Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten,
- durch Unterstützung der Grundschule bei der Umsetzung der Ganztagsbetreuung.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen zeigen bereits erste Wirkungen.
Die Gemeinde Aarbergen muss für seine Bürgerinnen und Bürger weiterhin attraktiv bleiben.
Durch die Erweiterung der Nahversorgung im Anschluss an das REWE-Gelände wird nicht nur die Versorgungssituation in Aarbergen verbessert, sondern es werden neue Arbeitsplätze entstehen und die Einnahmen der Gemeinde werden gesteigert.
Ein weiteres kurzfristiges Ziel ist die flächendeckende DSL-Versorgung in Aarbergen.
Es ist weiterhin beabsichtigt, mittels eines Investors in Aarbergen-Michelbach ein Seniorenwohnheim zu errichten. In diesem wird sowohl ein eigenständiges Wohnen als auch eine umfassende Betreuung der älteren Mitbürger möglich sein. Dadurch soll unter anderem ein Verbleiben in Aarbergen auch im Alter ermöglicht und erleichtert werden. Bauplanungsrechtliche Schritte sind eingeleitet und Verhandlungen mit dem Investor bereits weit fortgeschritten.
Es muss gewährleistet sein, dass die Mitbürgerinnen und Mitbürger Waren und Güter des täglichen Bedarfs sowie ärztliche Versorgung und Pflege innerhalb der Gemeinde erhalten.
Wir sind bemüht, auch weiterhin entgegen dem “demografischen Wandel“ alles Erdenkliche zu tun,
um unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern hier eine lebens- und liebenswerte Heimat zu erhalten.
Dafür setzte ich mich persönlich ein.
Ihr
Udo Scheliga, Bürgermeister
Aarbergen, 05.01.2010
