Ortsteil Hausen

"Graf Gebhard von Niederlohngau gab den Kanonikern zur Vermehrung der Einkünfte sein Güter in den Dörfern Kettenbach, Ouvenhusen, Ryckershusen und Haynhusen." So zu lesen erstmalig in der Gemündener Stiftungsurkunde von 879. Orhusen dürfte um das genannte Jahr der ehemalige Name des Ortsteils Hausen gewesen sein.

Dorfansicht von Hausen 1905. Heutige B 54 Wiesbaden- Limburg. Blick Süd-Nord.

In den gleichen Jahrzehnten tauchte der Name Niederhusen auf, eine später westlich der Aar gelegene Siedlung zwischen den Ortsteilen Hausen und Rückershausen. Diese Siedlung ist jedoch im 17. Jh., und zwar im 30jährigen Krieg , verschwunden. Hausen gehörte dem Kirchspiel Kettenbach ebenso an wie Rückershausen und Daisbach sowie der Nauenhäuser Hof. Zehntpflichtig waren die Gemeinden dieses Kirchspiels bis zur Reformationszeit den Pfarreien zu Gemünden und Westerburg. Das Patronatsrecht war dem Graf von Leiningen -Westerburg zugestanden worden. Bis weit in das 19. Jh. hinein wurde der Naturzehnte an die Kirchen zu Westerburg und Gemünden bezahlt. Die Bürger des Ortsteils Hausen, wie auch andere, hatten Abgaben und Grundpflichten den verschiedenen Herren zu allen Epochen zu entrichten. Eine schwarze Zeit für die Menschen im Aartal. Im Jahre 1501 wurde festgehalten, daß die von der Leyen eine Mühle besaßen. 1596 waren im Ort 14 Ackersleute 17 Pferdehalter sowie 5 "Heppenhauer wohnhaft".

Gasthaus v. Wilhelm Thomà um 1877.

Erst dem Nassauischen Staatsminister von und zum Stein war es 1808 zu verdanken, daß sich die Situation für Bürger und Familie im Aartal mit der Aufhebung der Leibeigenschaft und der Prügelstrafe im positiven Sinne veränderte.
1839 weihte man feierlich die erste eigene Schule in Hausen ein. Dies war schon allein deshalb ein besonderer Tag, weil bisher die Schulkinder bei jeder Witterung nach Kettenbach oder nach Rückershausen gehen mußten. Nach dem preußisch-nassauischen Krieg 1866 veränderte die neue preußische Ordnung und eine entsprechende Verwaltungsneugliederung die Gesellschaft.

Diese prägten naturgemäß die gesamte Gesetzgebung, aber gleichzeitig stellte sie für die Bewohner im an sich armen Bereich des Aartales eine Entlastung dar. Der Erste Weltkrieg forderte auch in Hausen seinen Tribut. Man beklagte viele Opfer; ein Mahnmal erinnert noch heute an diese Zeit. Die Inflation im Jahre 1923 und die nachfolgende Arbeitslosigkeit waren bis hin zur Machtübernahme des Dritten Reiches die Marksteine einer schweren Zeit. Leid brachte auch die NS-Zeit über den Ort. Arbeitsverpflichtungen in Fremdbetrieben und manch anderes mehr waren Spiegelbild der damaligen Herrschafts- und Machtstrukturen.

Der Zweite Weltkrieg führte auch zu Zerstörungen im Ortsteil selbst. Bomben fielen, Gebäude wurden zerstört, Menschenleben jedoch waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen. Der Krieg forderte jedoch hohe Opfer an der Front und brachte viel Leid. Die Wohnbevölkerung, die noch im Jahre 1939 mit 373 Einwohner angegeben wurde, stieg nach dem Krieg auf 400 an. Mit dem Zuzug vieler Heimatvertriebener im Jahre 1948 wurden Wohnräume für Evakuierte und Vertriebene geschaffen. Im Jahre 1949 wählte man Willi Rau zum damals jüngsten Bürgermeister im Untertaunuskreis.

Schulkinder in Hausen - 1900.
Straßenbild in Hausen 1900 - (B 54-Aarstraße)

Impressionen

  • Aartal
  • Aarwiesen
  • Aar-Brücke